Der 9. Februar stand ganz im Zeichen von Gender
Eine neue Erfahrung
Gender gehört nicht nur diskutiert, Gender gehört gelebt: im Alltag, beim Kochen etwa, beim Sport oder in der Auseinandersetzung mit Kunst, Kulturen oder Kaffee. Dies versuchte das Genderteam der HTL Braunau unter der Leitung von Gerda Haider am 9. Februar verschiedensten Klassen bei einem „Gendertag“ zu vermitteln. Von Molekularkochexperimenten über einen Fotoworkshop bis hin zum synchronen Ausdauertraining beim „Gendermob“: Das Angebot für die Schüler/innen der oberen Jahrgänge an diesem Tag war groß. Die sieben Workshops boten eine breite Palette an Möglichkeiten, sich mit den (oft gar nicht so großen) Unterschieden und den (oft ziemlich großen) Gemeinsamkeiten zwischen Männern und Frauen auseinanderzusetzen. Dorothea Bohusch und Stefan Haslehner aus der 4CHELI waren dabei.
Computerkurs im Frauenhaus
Einen Computerkurs im Frauenhaus halten. Anderen etwas beibringen. Hmmmm, ... müssen wir denn da programmieren?? Nein, nein. Wir sollen den Frauen Grundlagen der Officeprogramme beibringen. Puhhh. Okay, das hört sich gut an. Mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend machten wir uns auf den Weg nach Ried. Was würde uns erwarten? Wie sieht es im Frauenhaus drinnen aus? Wen werde ich zu betreuen haben? Der Empfang war sehr freundlich, es gab Verpflegung und Teilnehmerinnen mit Vorkenntnissen. Es war sehr ruhig die ganze Zeit, was das „Arbeiten“ ungemein erleichterte. Auch war es eigentlich keine Arbeit im eigentlichen Sinne, denn die Zeit verging wie im Fluge. Es war eine ganz neue Erfahrung für uns, jemandem etwas zu erklären, anstatt immer nur selbst zuzuhören. Im Großen und Ganzen war der Tag weder lustig noch entspannend, aber sehr lehrreich und er regte uns zum Nachdenken an.
Dorothea Bohusch
Trommeln
Trommeln! So lautete meine klare Antwort auf die Frage, für welchen Workshop ich mich am Gender-Day anmelden möchte. Und da ich in der Vergangenheit schon öfters Kontakt mit dem sympathischen, mit Fell überzogenen Instrument gehabt hatte, wusste ich bereits so ungefähr, was mich erwarten würde: ein
Vormittag voller Trommelspaß! Als es dann so weit war, wurde meiner Vorfreude erstmal ein gewaltiger Dämpfer versetzt, denn wir mussten die Tortur eines schier endlosen Fußmarsches in die Braunauer Innenstadt auf uns nehmen. Und das auch noch im Winter! Nun gut, diese Prüfung unseres Durchhaltevermögens war schnell überstanden und wir fanden uns bald in einem warmen Raum voller exotischer Instrumente, mit einem sympathischen Musiklehrer und mehr oder weniger motivierten Schülern. Als Erstes erfuhren wir etwas über die verschiedenen Musikstile und Instrumente, die es beim Trommeln in Brasilien und Co so gibt. Nach der ersten theoretischen Einführung ging es dann gleich ans Eingemachte, Instrumentenwahl war angesagt. Gleich darauf begannen wir mit den verschiedenen Schlagtechniken einfache Rhythmen zu spielen. Die Rhythmen wurden komplexer, es folgten Intro, Outro und diverse Breaks. Obwohl einige anfangs noch etwas zögerlich auf die Trommeln schlugen, konnte sich doch schon bald niemand mehr dem Fluss der hypnotisierenden Musik entziehen. Es ist schon sehr beeindruckend, welchen brachialen Sound zwölf Leute zustande bringen! Als der entspannende und zugleich anregende Workshop zu Ende war, traten wir wieder die Reise zu unserer Schule an, wo schon ein bedrucktes Blatt Papier auf uns wartete, welches es auszufüllen galt. Darauf waren Fragen in der Art, ob es uns gefallen habe und ob uns der Zusammenhang zwischen unserem Workshop und dem Thema Gender klar sei. „Ähm, nein?“, waren wohl meine ersten Gedanken dazu. Allerdings wurde ich neugierig. Also suchte ich meine Klassenvorständin, auf, um genau diesen Zusammenhang herauszufinden. „Es geht darum zu sehen, dass Frauen in „Alltagssituationen“ gleich agieren und reagieren wie Männer. Das soll dabei helfen eventuelle Vorurteile, wie z.B. dass Frauen schwächer auf die Trommel schlagen als Männer, in unseren Köpfen zu zerstreuen.“ Ach so, ...
Stefan Haslehner



