Laher Lesung: Freitagmorgen – besser als normal!

Die Lesung von Ludwig Laher überraschte nicht nur müde Schülerinnen positiv.

Voller Unwissenheit über das, was mich in den kommenden zwei Stunden erwarten würde, und mit einem Gähnen auf den Lippen (schließlich war es Freitagmorgen) machte ich mich am 26. Februar auf den langen Weg in die Aula der HTL. Eine Lesung von Ludwig Laher sollte dort auf mich warten; erfahren hatte ich das zusammen mit meiner Klasse am Vortag. Aber bei solchen Veranstaltungen sind wir Schüler/innen ja natürlich immer gerne dabei. Noch nie zuvor hatte ich von diesem Ludwig Laher etwas gehört oder gelesen. Ich war also gespannt, welches Thema sein Buch behandeln würde. Der erste Eindruck ist nicht nur bei solchen Events der wichtigste. Und genau diesen hat der Autor super hingekriegt. Obwohl von den meisten HTLer/innen Lesen als langweilig, uninteressant und als Zeitverschwendung abgestempelt wird, schaffte es Ludwig Laher ein aufmerksames Publikum zu gewinnen.
Er wirkte sehr ernsthaft, so als ob er schon vieles gesehen hätte; vor allem Dinge, bei denen andere wegschauen. Dies wurde durch den Inhalt seines Buches „Und nehmen was kommt“ nur bestätigt. Es behandelt die Lebensgeschichte einer tschechischen Prostituierten, beschreibt Höhen und Tiefen ihres Lebens ohne sich ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Es fiel auf, und zwar positiv, dass der Autor sehr viel Privates von sich preisgab. Er sei auf einem Auge blind und habe nach einem seiner Bücher Morddrohungen erhalten. Auch im anschließenden Gespräch mit dem Redaktionsteam der Uptodate ging er auf jede Frage ein und wirkte trotz Zeitmangel nicht hektisch. Mit jeder Antwort auf unsere Fragen gab er ein bisschen mehr von dem Autor Ludwig Laher preis, dessen Gesamterscheinung mir sehr sympathisch in Erinnerung bleiben wird.