Unterstützung beim Anziehen

Mit ihrer „Aktiven Anziehhilfe“ haben Patrick Friedl und Tobias Sternbauer eine Vorrichtung entwickelt, die das Leben von Menschen mit Beeinträchtigungen deutlich erleichtert.

„Eigentlich standen zwei Überlegungen bei der Wahl unseres Diplomarbeitsthemas im Vordergrund. Einerseits wollten wir ein Projekt, bei dem möglichst viele Bereiche unserer Ausbildung zur Anwendung gelangen, und andererseits gefällt uns ein Projekt, das einen konkreten Nutzen aufweist“, erzählen Patrick Friedl und Tobias Sternbauer, beide Maturanten aus der Abteilung Mechatronik, die sich seit September 2010 unter Betreuung von Dipl.-Ing. Johann Plasser und Anton Deschberger mit dem Projekt „Aktive Anziehhilfe“ beschäftigen.

Sehr rasch war den beiden klar, dass viele Faktoren bei so einem Projekt berücksichtigt werden müssen. Es sollte kein komplizierter, schwerer Apparat entstehen, sondern eine leichte, einfach zu bedienende und absolut sichere Anlage, die auch möglichst kostengünstig realisiert werden soll. Nach einer Einarbeitungszeit von rund einem Monat, in dem recherchiert und erste Realisierungsideen entworfen wurden, einigten sich die beiden Maturanten und ihr Betreuer auf eine konkrete Umsetzung. Der Strumpf wird dabei zuerst über ein Drahtgestell gezogen. Ein Gleichstrommotor, kombiniert mit einem Zahnriementrieb und anatomisch korrekt gestalteten Führungsschienen, sorgt dafür, dass der Strumpf praktisch auf Knopfdruck angezogen wird.

"Unsere Anziehhilfe ist sehr stabil aufgebaut und kann mittels Joystick ganz einfach bedient werden“, berichten die beiden Maturanten, die alle wesentlichen Teile selbst entworfen haben. Neben der Konstruktion am PC haben sie auch ein Holzmodell erstellt, um konkrete Vorversuche durchzuführen. Mittlerweile sind aber alle Teile in der Werkstätte der HTL entsprechend gefertigt worden, wobei ihnen ihr Betreuer in der Werkstätte, Dipl.-Päd. Anton Deschberger, mit Rat und Tat zur Seite stand.

Dipl.-Ing. Plasser ist mit der Arbeit der beiden Schüler sehr zufrieden. „Sie haben mit großem Interesse, mit technischer Präzision und mit handwerklichem Geschick sehr intensiv gearbeitet und einen nicht unerheblichen Teil ihrer Freizeit für ihr Projekt verwendet. Ich freu‘ mich über das bereits zu großen Teilen fertiggestellte Produkt und auch darüber, dass sie nun für das Halbfinale von Jugend Innovativ nominiert worden sind.“