Wird Herpes vererbt?

Barbara Schamberger und Kerstin Zimmer gehen in ihrer Projektarbeit mit gentechnischen Methoden der Frage nach, ob das Herpes-Virus nicht nur durch Infektion übertragen, sondern eventuell auch vererbt wird.

Jeder hat schon einmal mit dem Herpes Simplex Virus-1, dem Auslöser von Fieberbläschen, zu tun gehabt, sei es, dass man selbst unter Fieberbläschen leidet oder dass jemand aus dem Bekanntenkreis eines hatte. Herpes ist eine weit verbreitete Krankheit. Barbara Schamberger und Kerstin Zimmer, zwei Maturantinnen aus der HTL Braunau, Abteilung Elektronik, schulautonomer Zweig Bionik, gehen nun unter Betreuung von Benjamin Seeburger MSc der Frage nach, ob man sich vor dieser Krankheit überhaupt schützen kann oder ob diese womöglich vererbt ist.

„Wesentlicher Bestandteil unseres Projektes sind gentechnische Untersuchungen“, erzählen Barbara und Kerstin, die von Freiwilligen Speichel- und Haarwurzelproben genommen haben und diese nun entsprechend untersuchen. „Wir vermuten, dass sich das Virus in der Speichelprobe relativ leicht nachweisen lässt, ein Nachweis in der Haarwurzel würde allerdings darauf schließen lassen, dass das Erbgut des Virus durch Vererbung weitergegeben wird“, erläutern die beiden ihren Forschungsansatz.

Die beiden Projektantinnen gehen bei ihrer Arbeit systematisch vor. Sie vervielfältigen einen bestimmten DNA-Abschnitt und machen diesen dann durch die sogenannte Gelelektrophorese sichtbar, sodann vergleichen sie Speichel- und Haarwurzelprobe. Zusätzlich lassen sie positive Proben bei einer Spezialfirma sequenzieren, um ihre Ergebnisse zu überprüfen.

„Bisher haben wir, trotz intensiver Suche, noch keinen Hinweis auf eine Weitergabe des Herpes-Virus durch Vererbung gefunden“, berichten die beiden Schülerinnen. Benjamin Seeburger, der sie betreuende Biologe, ist vom Arbeitseifer und vom Interesse der beiden beeindruckt: „Trotz der ungünstigen Arbeitsbedingungen – die Sterilität in unserem Schullabor ist ein großes Problem – haben die beiden mittlerweile hervorragende Arbeitstechniken entwickelt und sind mit gentechnischen Arbeits- und Forschungsmethoden bereits bestens vertraut. Auch erste interessante Ergebnisse liegen bereits vor. Ich freue mich sehr, dass Barbara und Kerstin durch die Nominierung zum Halbfinale von Jugend Innovativ auch eine externe Bestätigung für ihre hervorragende Arbeit erhalten.“