Intelligente Energierückgewinnung

Stefan Englberger und Thomas Erkner, zwei Schüler der HTL Braunau, realisieren in ihrer Diplomarbeit eine Anlage, die bisher ungenutzte Energie für Wärmepumpen nutzbar macht.

Viele Niedrigenergiehäuser produzieren im Sommer mit ihren Solaranlagen überschüssige Energie. Auch die Abluft dieser Häuser bietet noch Möglichkeiten die Heizung zu unterstützen. Stefan Englberger und Thomas Erkner, die beide die 5. Klasse der HTL Braunau, Abteilung Elektrotechnik besuchen, haben unter der Betreuung von DI Sageder nach Wegen gesucht, um diese bisher ungenutzte Energie für die Heizung nutzbar zu machen. Sie haben eine Anlage entwickelt, die momentan ihren ersten Praxistest absolviert und die durch die Teilnahme am Halbfinale des Wettbewerbes Jugend Innovativ eine erste Anerkennung von außen erhielt.


„Wenn im Sommer der Boiler die maximale Wassertemperatur erreicht hat, dann leiten wir die Sole der Solaranlage vor dem Boiler mit einem 3-Wege-Ventil in einen Plattenwärmetauscher; durch diesen fließt auch die Sole der Erdwärmeheizung und dadurch wird das Erdreich, das durch die Heizung im Winter oft sehr stark ausgekühlt ist, wieder regeneriert“, berichtet Stefan Englberger, der auch noch darauf hinweist, dass dadurch die Solaranlage entlastet und deren Nutzungsdauer verlängert wird, da sie sich sonst an heißen Tagen auf bis zu 200°C erhitzt.


„Im Winter reicht die Temperatur der Solaranlage meist nicht aus, um den Boiler zu heizen, jedoch ist der Temperaturunterschied zum Solekreislauf der Erdwärmeheizung so hoch, dass die sonst ungenutzte Energie zum Vorheizen genutzt werden kann,“ weist Thomas Erkner auf den zweiten wichtigen Weg zur Energierückgewinnung hin. Durch dieses Vorwärmen wird deutlich weniger Strom verbraucht. Außerdem kann im Winter auch die Abluft der Wohnraumlüftung genutzt werden, um die Sole der Erdwärme vorzuheizen. Dies wird mit einem Luft-Sole Wärmetauscher realisiert.


„Die beiden Maturanten haben wirklich interessante Methoden zur Unterstützung von Wärmepumpen erforscht und sind auch in der Fertigung der entsprechenden Anlageteile weit fortgeschritten. Ich bin von den Ergebnissen so fasziniert, dass ich überlege eine solche Anlage in meinem eigenen Wohnhaus zu nutzen“, erklärt DI Roland Sageder, der sich mit den beiden Maturanten über deren Nominierung zum Jugend Innovativ Halbfinale freut.