Reines Wasser durch Sonne und Titandioxid

Mit der Reinigung verschmutzen Wassers beschäftigen sich Stefanie Pöttinger und Sebastian Schmölzer im Rahmen ihres Maturaprojektes. Sie entwickelten und testen eine Anlage, die kostengünstig und leicht handhabbar im Bereich der Abwasserreinigung einsetzbar ist.

Verschmutztes Wasser ist laut Weltgesundheitsorganisation für fast eine Milliarde Menschen ein schwerwiegendes Problem. Jährlich sterben 1,5 Millionen Kinder an Krankheiten, die auf verunreinigtes Wasser zurückzuführen sind. Alle Prognosen gehen davon aus, dass die Trinkwasserqualität für viele Menschen in den kommenden Jahren abnehmen wird und daher dringend Lösungen auf diesem Gebiet gesucht werden müssen. Stefanie Pöttinger und Sebastian Schmölzer, beide besuchen in der HTL Braunau die Abteilung Elektronik und dort den schulautonomen Ausbildungszweig Bionik, haben sich in ihrem Diplomprojekt „FokaWaTi“ (= Fotokatalytische Wasseraufbereitung mit Titandioxid) unter Betreuung von Dipl.-Ing.in Gerda Haider mit dieser Frage intensiv beschäftigt und ein Verfahren entwickelt, das technisch ambitioniert, kostengünstig und einfach umzusetzen ist. Beim Wettbewerb der FH Kärnten sind sie dafür im Bereich der Technik mit einem 2. Platz (500,00 Euro Preisgeld) ausgezeichnet worden.

„In unserem Projekt versuchen wir eine Alternative zu den herkömmlich verwendeten Trinkwasseraufbereitungen zu entwickeln. Mit Hilfe von Titandioxid und Sonnenlicht sollen in unserer Anlage organische Abwasserstoffe abgebaut werden, wobei wir Titanoxid nicht als Emulsion zugeben, sondern beschichtete Trägermedien verwenden“, erklären Stefanie und Sebastian das Prinzip ihrer Anlage. Besonderes Augenmerk haben sie dabei auf die Beschichtung verschiedener Trägerstoffe mit Titandioxid gelegt. Sie haben Hydroton, Seramis, Kieselgel und Bims mit diesem Stoff beschichtet und getestet, welche Form am besten für die Anlage geeignet ist.

Die von ihnen entwickelte Anlage besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. Im ersten Teil gibt es einen selbst entworfenen und gebauten Aktivkohle-Filter, der größere Verunreinigungen herausfiltert. Der zweite Teil besteht aus UV-durchlässigen Stegplatten, die mit beschichteten Hydrotonkugeln gefüllt sind und die nun zur endgültigen Reinigung des Wassers führen. „Die ausgiebige Recherche zum Thema Titandioxid, die Versuche mit der Beschichtung, die Konstruktion unserer Anlage und die ersten Versuche haben viel Zeit in Anspruch genommen, aber es war einfach eine interessante Tätigkeit und wir haben gut zusammen gearbeitet“, sind sich Stefanie und Sebastian sicher.

„Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit der beiden,“ lobt Dipl.-Ing.in Gerda Haider ihre Schülerin und ihren Schüler. „Sie haben einen chemisch sehr interessanten Ansatz gewählt und bei der Konstruktion und Fertigung ihrer Anlage hervorragende Ergebnisse erzielt. Ihre Anlage kann gerade in Krisengebieten, wo wenig Geld vorhanden ist und eine Anlage einfach handhabbar sein muss, sehr gut für eine Familie oder eine Dorfgemeinschaft eingesetzt werden und ich bin mir sicher, dass sie da große Hilfe leistet. Ich freu‘ mich, dass sie durch ihren Erfolg beim FH-Kärnten-Wettbewerb Wertschätzung und Bestätigung auch von externer Seite erhalten.“