Geeignete Materialien für extreme Bedingungen

Dorothea Bohusch und Sarah Russinger entwickeln in Zusammenarbeit mit der Firma Elektror eine Testanlage für Materialien, die Werte auch für extreme Belastungen in Hinblick auf chemische Substanzen, Temperatur und Feuchtigkeit liefert.

Die Firma Elektror Airsystems GmbH ist mit über 200 Mitarbeitern Spezialist im Bereich Industrieventilatoren. Die Ventilatoren und Seitenkanalverdichter müssen oft für extreme Bedingungen ausgelegt sein. Bei der Fertigung entsprechender Komponenten ist es besonders wichtig, genaue Daten über die verwendbaren Materialien zu haben. Die vorhandenen Datentabellen berücksichtigen oft nur einen Bereich, z.B. das Materialverhalten bei bestimmten Temperaturen oder bei bestimmter Feuchtigkeit. Dorothea Bohusch und Sarah Russinger haben nun unter Betreuung von Dipl.-Ing.in Gerda Haider eine eigene Versuchsanlage entworfen und gefertigt, die strukturierte Materialtests zulässt und die übersichtliche Materialdatenblätter liefert.

„Im letzten Schuljahr haben wir an der Schule neue Abluftanlagen für die Chemikalienschränke bekommen. Dabei haben wir mit einem Vertreter von Elektror airsystems GmbH über die Beständigkeitsanforderungen für diese Ventilatoren diskutiert. Er hat uns erzählt, dass die Materialienauswahl schwierig ist, weil oft genaue Daten fehlen. Aus diesen Gesprächen hat sich dann die Idee für unsere Diplomarbeit entwickelt“, berichten die beiden Maturantinnen.

Am Anfang standen eine intensive Beschäftigung mit dem Thema Korrosion und erste Überlegungen, wie die Materialprüfung konkret vor sich gehen könnte. Daraus entwickelten die beiden Schülerinnen ein Konzept für eine Prüfanlage, die sie in weiterer Folge in zwei Varianten fertigten. Einerseits eine Anlage, die aus PVC gefertigt ist und Prüfungen bis 60o zulässt, andererseits eine Anlage aus einem Glasrohr und aus Edelstahlteilen, die Temperaturen von 50 bis 120o ermöglicht. Beide Anlagen, die entsprechend mit Ventilatoren und Heizstäben ausgestattet wurden, sind bereits gefertigt und in Betrieb. Momentan arbeiten die Schülerinnen an ersten Materialtests.

„Ich bin mit der Arbeit der beiden sehr zufrieden“, betont Dipl.-Ing.in Gerda Haider, die vor allem die Selbständigkeit, das große Engagement und die Zuverlässigkeit der beiden Schülerinnen lobt. „Ich freue mich sehr, dass ich nicht nur vom Firmenvertreter sehr positive Rückmeldungen bekomme, sondern dass auch durch die Nominierung für das Halbfinale von Jugend Innovativ eine deutliche externe Bestätigung für die Qualität dieses Projektes gekommen ist.“