Bakterien gegen Umweltkatastrophen

Thomas Schamberger und Simon Schuler untersuchen im Rahmen eines Maturaprojektes ein spezielles Bakterium, das Erdöl auf natürliche Art und Weise abbaut. Sie wollen die maßgeblichen Enzyme des Bakteriums, die für den Ölabbau verantwortlich sind, isolieren und ihre Wirkweise nachstellen.

Der unkontrollierte Austritt von Erdöl, wie z.B. 2010 im Golf von Mexiko, führt oft zu verheerenden Naturkatastrophen. Die Verschmutzung durch das Erdöl und der oft gefährliche Einsatz von Chemikalien, um die Schäden einzuschränken, haben Thomas Schamberger und Simon Schuler zu ihrem Maturaprojekt „Ölverdau“ veranlasst. Sie untersuchen dabei unter Betreuung von Benjamin Seeburger MSc die Möglichkeiten, die das Bakterium „alcanivorax borkumensis“ zum Abbau von Erdöl bietet.

„Viele Wissenschaftler und Ingenieure beschäftigen sich mit der Vermeidung oder der Bewältigung solcher Naturkatastrophen und der daraus resultierenden Schäden. Wir möchten dazu einen Beitrag leisten, der keine riskanten Methoden beinhaltet, sondern der die natürlichen Abbauprozesse von Bakterien berücksichtigt“, erklären die beiden Maturanten. Sie haben sich dabei auf die genauere Erforschung von HCB (Hydrocarbonoclastische Bakterien) spezialisiert. Sie wollen anhand eines Bakteriums dieser Gruppe, dem Bakterium Alcanivorax borkumensis, die Funktionsweise des Abbaus studieren und herausfinden, welche Teile für den Ölabbau zuständig sind.

Mittels verschiedener molekularbiologischer Methoden (DNA-Isolation, Klonierung, PCR, Herstellung rekombinanter Proteine) versuchen die beiden  ihr Projekt zu realisieren und werden dabei auch von Firmen unterstützt – so hat die OMV eine Rohölprobe zur Verfügung gestellt. Die Kultivierung der Bakterien, aber auch die Gewinnung der erdölabbauenden Enzyme ist bereits weit fortgeschritten. Momentan arbeiten die beiden Schüler daran, das selbst gewonnene Enzymsystem zu testen.

Benjamin Seeburger MSc ist mit der erbrachten Arbeit sehr zufrieden. „Die beiden Schüler waren ausgesprochen fleißig und haben sich intensiv in die Materie eingearbeitet. Die erbrachten Ergebnisse sind wirklich respektabel und ich freue mich, dass sie nun durch die Nominierung zum Halbfinale des Wettbewerbs Jugend Innovativ auch Anerkennung von externer Seite bekommen.“