Segeln mit Automatik

Segeln mit Automatik

Im Rahmen ihres Maturaprojektes haben Thomas Pfandl und Benedikt Perschl ein Modell-Segelboot automatisiert, bei dem nur die Ruderstellung per Fernsteuerung eingestellt wird, alles andere wird dann automatisch erledigt. Angedacht ist, diese Technik auf richtige Segelboote zu übertragen.


„Ich segle gerne und weiß, dass Segeln viel Erfahrung und Wissen voraussetzt. Unsere Grundidee war deshalb, eine Vorrichtung zu entwickeln, die das Segeln erleichtern und eine Hilfestellung für Segel-Anfänger bzw. wenig erfahrene Segler bietet“, erzählt Thomas Pfandl, der zusammen mit Benedikt Perschl das Projekt „Segeln mit Automatik“ im Rahmen seines Abschlussprojektes erstellt. Beide sind Schüler der HTL Braunau, Abteilung Mechatronik und werden von Dr. Walter Rodenheber und Richard Sommerauer betreut.

„Uns war natürlich schnell klar, dass wir zu weit von einem See weg sind, um unsere Anlage auf einem richtigen Segelboot zu erstellen. Wir haben deshalb nach verschiedenen Recherchen ein Modellboot entworfen und auch selbst gefertigt“, ergänzt Benedikt Perschl und verweist auf den Trimaran, das ist ein Boot mit drei Rümpfen, das von den beiden Maturanten konstruiert und in der Werkstätte der HTL auch selbst gefertigt wurde. Verschiedene Sensoren an Bord des Schiffes messen die Schräglage (Krängung) des Bootes, die Windgeschwindigkeit und die Geschwindigkeit des Bootes. Diese Werte werden dann mit Hilfe der selbst geschriebenen Software verarbeitet und es wird die optimale Segeltrimmung errechnet, die dann durch Servomotoren hergestellt wird. Zusätzlich ist ein Elektromotor an Bord, der den Vortrieb des Modellbootes bei Flaute garantiert.

Kurz zusammengefasst stellt man also mit der Fernsteuerung die Fahrtrichtung ein und mit Hilfe der Messdaten an Bord wird dann das Boot optimal gesteuert. „Unser Projekt ist wirklich interessant und anspruchsvoll,“  sind sich die beiden Schüler einig. Sie haben neben der Konstruktion und der Fertigung des Bootes auch einige Sensoren selbst entwickelt und arbeiten momentan intensiv an der Abstimmung der Software und dem optimalen Zusammenwirkung der unterschiedlichen elektrischen Antriebe. Grundsätzlich angedacht wäre, dass dieses System auch auf einem richtigen Boot etabliert wird, erste Vorgespräche haben bereits stattgefunden. Vielleicht wird der Wolfgangsee der erste österreichische See, wo „Segeln mit Automatik“ möglich ist.

„Ich bin mit den Arbeiten der beiden sehr zufrieden“, betont Dr. Walter Rodenheber, der zusammen mit Richard Sommerauer aus der Werkstätte das Projekt betreut. „Die beiden haben viel Arbeit investiert, sind gut aufgestellt und haben ihre Ideen anspruchsvoll umgesetzt. Ich freu‘ mich auch, dass sie neben der vielen Arbeit ihr Projekt bei Jugend Innovativ eingereicht haben und ich gönn‘ ihnen sehr, dass sie mit der Nominierung zum Halbfinale auch externe Anerkennung und Wertschätzung erhalten.“