Houston, wir kommen

Eva Reiter und Anna Seidl, beide Absolventinnen der HTL Braunau, vertreten mit ihrem Projekt „Strom aus Gülle“ Österreich bei der I-SWEEEP (= International Sustainable World (Energy, Engineering and Environment) Project Olympiade), die vom 4. bis 10.5.2011 in Houston/Texas stattfindet. 

Im vergangen Jahr haben Eva Reiter und Anna Seidl unter Betreuung von AV Dr. Wagner das Projekt „Strom aus Gülle“ realisiert. Sie haben in ihrem Diplomprojekt ein Verfahren entwickelt und getestet, das auch Abfallprodukte der Biogasproduktion nutzen bzw. den Gülleanfall von Biogasanlagen verringern kann. Der wesentliche Verfahrensschritt ihres Projektes besteht in der Abspaltung von Ammoniak aus der Gülle. Durch diese Methode ist es möglich, die Gülle intensiver zu nützen als bisher. Mit dem abgespaltenen Ammoniak haben sie dann eine Brennstoffzelle betrieben und dadurch Strom produziert.

„Anfänglich hatten wir richtigen Respekt vor unserer Anlage und dem Verfahren; wir sind im Unterricht noch nie mit gefährlichen Versuchen konfrontiert worden. Es dauerte auch eine Weile, bis wir das Gesamtkonzept einschließlich der Lösung der Sicherheitsfragen fertig hatten. Dann war es aber sehr interessant“, erzählen die beiden Absolventinnen, die von September 2009 bis Mai 2010 intensiv an ihrem Thema gearbeitet haben. Dass sie dabei gute Arbeit erbracht haben, wurde ihnen beim Wettbewerb Jugend Innovativ bestätigt. Sie haben im Halbfinale eines der begehrten Tickets für das Finale erreicht und sind mit ihrem Projekt in der Kategorie „Klimaschutz“ mit einem zweiten Platz gewürdigt worden. Zusätzlich zu ihrem damaligen Preisgeld von 1500,00 Euro sind sie zur Teilnahme an I-SWEEP eingeladen worden.

Die I-SWEEEP ist eine große Veranstaltung, an der 2011 insgesamt 427 offizielle Projekte aus 66 Staaten teilnehmen. Diese Wissenschaftsmesse steht für High School Students offen und soll eine Plattform für junge Forscher/innen bieten, wo sie ihre Projekte im Bereich Energie, Technik und Umwelt präsentieren können.

„Wir haben uns ein wenig auf die I-SWEEEP vorbereitet, haben Plakate in englischer Sprache übersetzt und auch unsere Diplomarbeit gibt es nun in Englisch, wir lassen uns aber überraschen, was bei diesem Veranstaltung auf uns zukommt“, erzählen Eva und Anna, die mit ihrer Zeit genau haushalten müssen. Anna studiert seit letztem Jahr Chemie in Linz, Eva ist im Anschluss an die HTL als Technikerin in die Praxis eingestiegen.

„Ich freu‘ mich über die Einladung der beiden zu dieser großen, internationalen Ausstellung“, erzählt Dr. Wagner, der auch weiterhin Ansprechpartner für die beiden Absolventinnen ist. „Ich bin mir sicher, dass das Projekt und vor allem die sehr gute Umsetzung Aufmerksamkeit auch in Amerika erregen wird.“