Technik hilft bei Demenz

Mario Weilbuchner und Andreas Zeilinger, zwei Schüler der HTL Braunau, haben mit ihrer Diplomarbeit   „Zeitmaschine – Translationsmotor auf Reluktanzbasis“ ein Projekt umgesetzt, das Demenzkranken hilft. Wesentlichen Anteil am Erfolg des Projektes haben die Projektpartnerinnen Anita Höfer und Gabriele Roitner vom Tau-Kolleg Braunau, die Fachinformationen zum Thema Demenz geliefert haben.

Demenz ist eine der großen Bedrohungen im Alter. Unter dem kontinuierlichen Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit - vor allem die Gedächtnisleistung und das Denkvermögen sind betroffen – leiden mit zunehmendem Alter immer mehr Menschen.  Zumindest fünf Millionen Menschen sind in Europa von dieser Krankheit betroffen. Im Tau-Kolleg, der früheren Krankenpflegeschule des Braunauer Krankenhauses, ist diese Erkrankung daher ein großes Thema. Anita Höfer und Gabriele Roitner haben sich intensiver mit dieser Erkrankung beschäftigt und herausgefunden, dass Sinnesreize die Demenz langsamer fortschreiten lassen. Diese Erkenntnis wurde dann in einem Projekt mit Mario Weilbuchner und Andreas Zeilinger, zwei Schülern der HTL Braunau, Abteilung Elektrotechnik, umgesetzt, die ein Gerät zur Aktivierung der Sinnesreize bei Demenzkranken entwickelt haben.

Bei der  „Zeitmaschine –Translationsmotor auf Reluktanzbasis“ handelt es sich um eine Kugelachterbahn auf der eine Kugel im gemächlichen Tempo abrollt und die dann mit Hilfe von magnetischen Feldern fast wie von Geisterhand nach oben befördert wird. „Durch die Geräuschkulisse, die die Kugel auf der Bahn macht, aber auch durch die Bewegung der Kugel und durch die Landschaft der Kugelbahn entstehen akustische und visuelle Reize, die anregend auf die Erkrankten wirken“, erklären die Projektteilnehmer.

Mario Weilbuchner und Andreas Zeilinger – sie arbeiteten unter Betreuung von FOL Anton Deschberger,  Dipl. Ing. Peter Hellauer  und Dipl.-Päd. Siegfried Horvath und wurden in der Endphase auch von AV Dirnberger maßgeblich unterstützt – haben ihre Zeit in die Konstruktion und den Bau der Kugelbahn sowie in die Umsetzung des Translationsmotors investiert. Vor allem der Translationsmotor verlangte von den Schülern viele Tests und intensives Arbeiten. Nun befördern insgesamt 39 Spulen, die die Schüler selbst gewickelt haben, mit magnetischer Kraft in Form eines Liftes die Kugeln zurück zum Ausgangspunkt.  

„Die Kugelbahn hat bei den Patienten im Seniorenzentrum Braunau, denen wir das Projekt bereits gezeigt haben, großes Interesse geweckt und wurde sehr positiv aufgenommen“, erzählt Anita Höfer, die zusammen mit ihrer Projektpartnerin Gabriele Roitner die Ausbildung zur Fachsozialbetreuerin am Tau-Kolleg absolviert.

Anerkennung von außen erhielt das Projekt auch durch den Schul-Projektwettbewerb „Innovation & Wirtschaft in Oberösterreich“, den die OÖ. Technologie- und Marketinggesellschaft durchführt. Bei diesem Wettbewerb, an dem sich viele Schulen beteiligen, konnte das Projekt im Bereich „Elektrotechnik“ den hervorragenden ersten Platz erringen und erhielt dafür 500,00 Preisgeld. „Wir freuen uns sehr über diesen Anerkennung unserer Arbeit“ erklären die Projektteilnehmer/innen, die die Zusammenarbeit zwischen Tau Kolleg und HTL Braunau als Bereicherung und interessante Erfahrung erlebt haben.

Am 30. Mai wurde um 14:00 das Projekt  im Rahmen eines Empfangs im Seniorenzentrum Braunau der Öffentlichkeit präsentiert. Anita Höfer und Gabriele Roitner haben viele Mühe aufgewendet um auf ihr Projekt aufmerksam zu machen. Eine Reihe von Ehrengästen war anwesend. Unter anderem haben Dir. Martin Angermeier das Tau Kolleg und Dir. Hans Blocher die HTL  vertreten,  Bürgermeister Mag. Waidbacher (Braunau) und Landtagsabgeordneter Franz Weinberger sind gekommen, Hofrat Dr. Gruber und Reg. Rat Mag. Grahamer von der Sozialhilfe waren da  und auch Monsignore Stefan Hofer hat sich das Projekt angesehen.