
Wichtige Gespräche, interessante Neuerungen
Bedeutsame und wichtige Klarstellungen, aber auch bestehende Druckpunkte wurden bei einer Enquete zur Zukunft des BMHS-Schulwesens diskutiert und dargelegt. Dir. Blocher hatte hochkarätige Vertreter aus der Wirtschaft, der Politik und dem Bereich der Schuladministration zu einem Gedankenaustausch eingeladen.
Der Ausgangspunkt für die Veranstaltung war das Bildungskonzept der österreichischen Wirtschaftskammer vom Mai 2011, das unter anderem wesentliche Änderungsvorschläge für den Bereich der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen vorsah. Eine Verkürzung der BHS gleich um zwei Jahre – die neunte Schulstufe sollte der mittleren Reife dienen, die Matura in die 12. Schulstufe vorverlegt werden – war dabei der Hauptgrund für Sorgen auf Seiten der Schulleitungen.
LSI Wilfried Nagl moderierte das Gespräch, zu dem unter anderem der Sprecher der HTL-Direktoren, DI Johann Wiedlack aus der HTL St. Pölten, aber auch einer der Autoren des WKÖ-Konzeptes, Johannes Fraiss, gekommen waren. Insgesamt 24 Teilnehmer haben rund drei Stunden intensiv über notwendige Änderungen im Bildungsbereich, aber insbesondere über die Zukunft der BMHS diskutiert.
Wichtig im Verlauf der Enquete waren die Klarstellungen von Johannes Fraiss. Das Bildungskonzept 2011 war, obwohl es z.B. von der Wirtschaftskammer Tirol noch im Mai 2012 in den wesentlichen Punkten wiederholt wurde, ein Diskussionspapier, das in seiner neuen Fassung deutlich verändert wurde. Für die berufsbildenden höheren Schulen und insbesondere für die HTLs gilt, dass Schülerinnen und Schüler weiter nach der achten Schulstufe mit dieser Schulform beginnen können und dass sie – in bewährter Form – fünf Jahre dauern und in der 13. Schulstufe mit der Matura schließen werden. Die Wirtschaftskammer schlägt zusätzlich vor, dass Absolventen der BHS einen ersten Abschluss auf tertiärer Ebene, ein „Associate Degree“, wie es aus dem angelsächsischen Bereich bekannt ist, erhalten, das 120 ECTS-Punkte wert und auf Inhalte für Fachstudien anrechenbar sein soll.
Eindeutig auch die Stellungnahme der anwesenden Wirtschaftsvertreter, die die wichtigsten Industrieunternehmen im Innviertel repräsentierten: HTL-Absolventinnen und Absolventen sind das Rückgrat unserer Betriebe, wir brauchen sie dringend, Änderungen in diesem Bereich wären absolut nicht in ihrem Sinn.
Aber auch „Druckpunkte“ kamen zur Sprache: Wie schaut es mit Anrechenbarkeiten der Schulausbildung auf die Lehre aus, sind die geplanten Berufsakademien wirklich notwendig, wie sollen sie in Zeiten der Budgetknappheit finanziert werden, wie wird sichergestellt, dass es eine ausreichende Zahl von Lehrlingen gibt ...
Insgesamt betrachtet war diese Enquete wertvoll, zur BHS wurde von allen Seiten ein sehr deutliches Bekenntnis abgelegt, die HTL-Ausbildung als absolut unverzichtbar herausgehoben. Noch wichtiger war der Meinungsaustausch in Zeiten, in denen die Zahl der Pflichtschulabgänger deutlich sinkt. Ausgezeichnete Bildung wird in einem Hochtechnologieland, wie es Österreich ist, die wichtigste „Währung“ bleiben; dies sicherzustellen muss Aufgabe aller Beteiligten sein.
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