Përshëndetje në Austri! Hallo in Österreich!

Shkodra und Braunau verbindet eine Gemeinsamkeit – in beiden Städten gibt es eine HTL. Schüler/innen aus Shkodra besuchten nun Braunau und die HTL. Eine Fortsetzung dieses Kontaktes ist wahrscheinlich.

Wer hätte das gewusst: Im Norden Albaniens, in Shkodra, gibt es eine österreichische HTL. Dort unterrichtet und lebt seit 4 Jahren eine Braunauer Lehrerin.Johanna Mallinger hat es in den Süden gezogen, nach Albanien. Dort unterrichtet sie Deutsch und Englisch an einer österreichischen HTL. Da sie nun das letzte Schuljahr dort verbringt, wollte sie ihrer Klasse eine Freude machen und mit ihren Schülerinnen und Schülern eine Exkursion nach Österreich unternehmen. Der Standort, von dem aus mehrere Städte besucht werden würden, sollte natürlich Braunau sein.

Seit Schulanfang sind wir telefonisch und über E-Mails in engem Kontakt miteinander, um diese Pläne gemeinsam mit der zweiten Klasse Bionik an der HTL in Braunau zu realisieren. Beide Klassen sollten einander näher kennen lernen, indem sie gemeinsam eine Woche miteinander verbringen. Dass dieses Unterfangen viel Geld kosten würde, das die albanischen Schüler/innen nicht im Alleingang aufbringen konnten, war uns schnell klar. Der Lionsclub, an den wir ein entsprechendes Ansuchen richteten, sagte seine Unterstützung rasch und unbürokratisch zu. Diese Finanzspritze hat uns bei der Realisierung unserer Pläne sehr geholfen, daher sei an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön ausgesprochen.

Am 22.April war es endlich so weit. Nach 22stündiger Anfahrt landeten unsere Gäste – 23 Schüler/innen und drei Begleitlehrer/innen – wohlbehalten, aber müde, in der Braunauer Jugendherberge. Am nächsten Tag stand zunächst eine Führung bei B&R auf dem Programm, anschließend ging die Fahrt nach Salzburg. Und am Dienstag „beschnupperten“ einander die beiden Klassen in der HTL. Zunächst beeindruckten die albanischen Schüler/innen mit der Vorstellung ihres Landes und ihrer Schule. Abwechslungsreich erhielten wir einen umfassenden Eindruck von der Geschichte und der Kultur dieses für uns so fremden Landes. Die ca 200 Schüler/innen der HTL Braunau waren begeistert, was sie in stürmischem Applaus bekundeten. Anschließend ließen wir die beiden Klassen aufeinander los, ohne Lehrkräfte, ohne Aufsicht. Nach zwei Stunden trafen wir uns wieder und fanden fröhliche, miteinander plaudernde, lachende junge Menschen vor, die voneinander ausgesprochen angetan waren. Sprachliche Probleme gab es nicht, die HTL Schüler/innen aus Shkodra sprechen ja Deutsch (und Englisch). Die Basis für unsere weiteren Unternehmungen war gelegt. Tags darauf stand die Ars Elektronica in Linz auf dem Programm und am Donnerstag München. Dabei gab es viele Gelegenheiten, einander noch besser kennen zu lernen. Auch beim Abschiedsessen am Abend, einem Ritteressen, konnten einige Braunauer Schüler/innen dabei sein und die gemeinsame Zeit Revue passieren lassen. Am Freitag hieß es Abschied nehmen: Um 8Uhr kam es zu teils recht emotionalen

Verabschiedungen und Versprechen, miteinander in Kontakt zu bleiben.

Ein Ende dieser Verbindung ist – zumindest vorerst – nicht abzusehen. Die Braunauer Klasse wünscht sich, einen Gegenbesuch in Shkodra absolvieren zu dürfen, so angetan waren sie von diesem Projekt. Und die albanischen  Jugendlichen sind  begeistert von dem Gedanken, ihren österreichischen KollegInnen  die Schönheiten  ihres Landes , auf das sie so stolz sind, zeigen zu dürfen. Ob dieser Wunsch der Zeit und den Anforderungen, die so ein Projekt erfordert, auch standhalten kann, wird das nächste Schuljahr zeigen. Auf alle Fälle haben all diese jungen Menschen eine jeweils andere Kultur erleben dürfen, die ihnen bis zu dieser Begegnung sehr fremd war.

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