E-Learning im Home-Office

Die Umstellung des Lernens auf den Online-Bereich ist in der HTL Braunau rasch passiert. Über 1000 Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte nützen die Möglichkeiten des E-Learnings und der elektronischen Vernetzung.

Auch vor der Corona-Krise war die HTL Braunau im Online-Bereich gut aufgestellt. Seit fast 20 Jahren gibt es ein Notenmanagementsystem, bei dem Schüler und Eltern online den Leistungsstand auf Knopfdruck erfahren, eine eigene HTL Braunau-Mailadresse für jeden HTL-Angehörigen ist seit 25 Jahren viel genutzte Realität, und eine Reihe von Lehrkräften haben in den vergangenen Jahren Lernplattformen wie Moodle u.a. verwendet und den Schülerinnen und Schülern Lernunterlagen und Übungsbeispiele zur Verfügung gestellt. Seit mehr als zwei Jahren nutzt die HTL die neue, wieder vom Bildungsministerium zur Verfügung gestellte Office365-Umgebung – alle Schulangehörigen haben so neben der HTL-Mailadresse alle Office-Anwendungen und vor allem auch jeweils bis zu 1 Terrabyte Online-Speicher. Als wesentliches Kommunikationsmittel ist dabei auch das Microsoft-Profiprogramm „TEAMS“ inkludiert, das Onlineunterricht, Videokonferenzen, Chatfunktion, Terminkalender und eine Reihe von anderen Möglichkeiten beinhaltet.

Als Anfang März immer deutlicher wurde, dass in den Schulen kein Unterricht mehr stattfinden würde, hat die HTL rasch reagiert und für alle Lehrkräfte eine Intensivschulung für TEAMS durchgeführt. An fünf Terminen hat Christian Zöpfl zentrale Funktionen erklärt und entsprechende Fragen beantwortet. Er unterstützt auch weiterhin die Lehrer und steht durchgehend für Fragen zur Verfügung. „TEAMS ist ein Profiprogramm, das auch in großen Firmen weltweit Verwendung findet und das viele Möglichkeiten der Online-Kommunikation bietet. In der HTL nutzen es nun viele Lehrer für Onlineunterricht – eine Reihe von Kolleginnen und Kollegen hält ganz regulär ihre Stunden in Form von Videokonferenzen, ausnahmslos alle haben Lernunterlagen und Übungsmaterialien hochgeladen und stehen für Rückfragen zur Verfügung. Es ist beachtlich, was in kurzer Zeit an Erklärvideos, Übungsaufgaben und Lernmaterialien entstanden ist“, so der E-Learning-Verantwortliche. „In den ersten Tagen gab’s ein paar kleinere Probleme mit TEAMS, die Microsoft aber rasch in den Griff bekommen hat. Die verfügbare Serverkapazität des Programms wurde innerhalb kurzer Zeit vervielfacht und so ist mittlerweile auch die Qualität von Videokonferenzen super. Alle Nutzungsberichtigten sind in der Zwischenzeit täglich online und höchst aktiv, zwischen 3500 und 4500 Interaktionen werden bei den HTL-Usern verzeichnet“, so Zöpfl, der die Möglichkeiten auch für den eigenen Mathematik- und Physikunterricht nutzt. „Sehr rasch hat sich bei meinen Schülern große Disziplin beim Onlineunterricht eingestellt. Es ist einfach allen bewusst, dass man nacheinander redet und Videokonferenzen gut strukturiert sein müssen“. Dass Online-Unterricht natürlich kein vollwertiger Ersatz für Schule sein kann, ist auch klar. „Die Nähe zum Schüler, das direkte Eingehen und das Überprüfen, ob der Lernstoff auch verstanden wurde, sind beim E-Learning deutlich weniger gewährleistet. Auch die vielfältigen sozialen Kompetenzen kommen zu kurz und das wichtige Gemeinschaftserleben bis hin zu humorvollen Situationen ist wesentlich der räumlichen Anwesenheit geschuldet“, erklärt Zöpfl.

Ähnlich sehen auch viele Schülerinnen und Schüler das E-Learning als situationsbedingtes Notprogramm. „Mir fehlen meine Mitschülerinnen sehr. Es ist zwar super, dass so viel jetzt online läuft, aber die Schule sozusagen durch Onlineunterricht zu ersetzen, das ist unmöglich“, so eine Schülerin, die auch darauf verweist, dass stundenlanges Sitzen vor dem Laptop wesentlich unangenehmer und anstrengender ist, als dem Unterricht im Klassenzimmer zu folgen. „Wichtig ist auch, dass nicht einfach riesige Stoffmengen hochgeladen werden, sondern dass die Lehrkräfte richtig portionieren. Etliche Lehrer sind wirklich kreativ – sie erstellen z.B. Erklärvideos, die ausgezeichnet strukturiert sind“. Die Zahl derer, die sich wieder auf den gemeinsamen Schulunterricht freuen, ist aber durchaus groß.

„Ich freu‘ mich sehr über die große Flexibilität sowohl bei den Schülerinnen und Schülern als auch bei den Lehrkräften. Die Schulungen sind zielorientiert und effizient verlaufen und die Kollegenschaft konnte nur während eines einzigen Wochenendes den Unterricht auf Distance-Learning umstellen “, erklärt Dir. Blocher, der darauf verweist, dass durch den coronabedingten Fernunterricht der Aufwand für Schülerinnen und Schüler, aber vor allem für Lehrkräfte eher gestiegen als zurückgegangen ist. „Erste Rückmeldungen der Eltern zeigen, dass unsere Schüler viel Zeit mit E-Learning verbringen. Ich habe auch bereits Mails bekommen, die sowohl unsere Lernplattform als auch die inhaltliche Umsetzung loben“, so Dir. Blocher, der sich sowohl bei den Lehrern als auch bei den Schülern herzlich für das große Engagement  rund um das E-Learning bedankt. „Schön, dass die Umstellung so gut funktioniert“. Er ist der einzige, der jeden Tag in der HTL ist, für ihn und die Kollegen aus der Schulleitung sind daher Online-Aktivitäten auch in der Leitungsfunktion Realität – jeden zweiten Tag findet die Besprechung der Schulleitung per Videokonferenz statt.

HTL Redaktion am 29.03.2020

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