Walter Plank - dieses Projekt unterstütze ich gern

Dieses Projekt unterstütze ich gern

Der Verein SLW-Uganda Hilfe e. V. ist Initiator verschiedener Hilfsprojekte in Uganda. Der Aufbau der Schulpartnerschaft der HTL Braunau mit Uganda stellt einen wichtigen Teil ihrer Arbeit dar.

Dieses Projekt unterstütze ich gerne, weil man hier weiß, dass das Geld direkt vor Ort ankommt und sinnvoll eingesetzt wird!“ Diesen oder ähnliche Sätze hören wir immer wieder, wenn wir Menschen unsere unterstützende Arbeit für ein Kinderheim und eine Berufsschule in Uganda vorstellen.

Viele Menschen wollen helfen, befürchten jedoch, dass viel der gespendeten Gelder gar nicht erst den Weg bis zu den Hilfsbedürftigen finden. Um dies bei unseren Projekten anders zu gestalten, be­suchen wir sie jährlich ein- bis zweimal, um mit den Menschen vor Ort herauszufinden, was eine wirk­liche Hilfe darstellt. Und so machte sich eine kleine Gruppe auch in diesem Frühjahr auf den Weg nach Uganda.

Allein die Anreise stellt dabei ein kleines Abenteuer dar, weil es von Österreich aus keine Direktflüge nach Uganda gibt. Nach 16 Stunden Flugzeit landet man dann auf dem Entebbe-Airport, doch hier beginnt die Reise erst wirklich: 350 km bzw. 8 Stunden Fahrzeit mit Allradwagen liegen vor uns. Wenn dann jedoch das Tor des Kinderheims geöffnet wird und wir von freudestrahlenden Menschen, von denen mittlerweile einige richtige Freunde geworden sind, empfangen werden, sind alle Rei­sestrapazen schnell vergessen. Wenn dann auch noch nach der lang ersehnten Dusche ein Mahl aus Reis, roten Bohnen, Matoke und Hühnerfleisch serviert wird, fühlt man sich richtig wohl und gut ge­stärkt für die Erledigung unserer Aufgaben, die wir gemeinsam zuhause bei einem Workshop-Wo­chenende vereinbart haben.

Das erste Treffen fand mit Bischof Josef von Lira und dem Caritschef Father George statt, um die gemeinsamen Anstrengungen der vergangenen Monate zu reflektieren und die Herausforderungen der Zukunft zu besprechen. Die Schwerpunkte in diesem Jahr lagen dabei auf einem Ausbau der Landwirtschaft innerhalb des Kinderheimes St. Clare, um dort die Eigenversorgung zu erhöhen und gleichzeitig den Kindern die landwirtschaftliche Grundkenntnisse zu vermitteln. Die Entwicklung von solchen Projekten ist wichtig, damit die finanzielle Eigenständigkeit des Kinderheimes erhöht wird.

Das zweite Projekt, das wir mit den Spendengeldern unterstützen, ist die Bruder Konrad Berufsschule in der Nähe von Lira. Hier fehlt es noch an der technisch notwendigen Ausstattungen einer Berufs­schule. Nach Fertigstellung der ersten Gebäude, die mit viel Eigeninitiative der Lehrer und Schüler aufge­baut worden sind, stand nun die Anbindung ans öffentliche Stromnetz an. Dies konnte mit Hilfe eines gemeinsamen Projektes der Initiative Eine Welt Braunau, der Schulpartnerschaft HTL Braunau und der SLW Ugandahilfe e. V. realisiert werden. Damit ist auch eine wichtige Voraussetzung zum technischen Aufbau der notwendigen Lehrwerkstätten erfüllt.

Als nächstes steht 2016 der weitere Ausbau der Stromversorgung mit einer Photovoltaikanlage, die von der Firma Windkraft Simonsfeld AG sowie dem Land Oberösterreich und privaten Sponsoren finanziert wurde. Diese Anlage soll im Rahmen der Schul­partnerschaft gemeinsam von HTL-SchülerInnen, den Lehrern und SchülerInnen der Berufsschule Brother Konrad unter der Anleitung von Bruno Plunger und Walter Plank installiert werden. Diese PV-Anlage dient dann auch als Basis der praktischen Ausbildung der Elektriker, damit diese den Aufbau und die notwendigen Arbeiten an einer PV-Anlage erlernen können.

Mit großer Freude konnten wir auch die Fortschritte der Gebäudeneubauten seit unserem letzten Besuch erkennen: Die von den Schülern selbst erstellten Klassenzimmer sind nahezu fertig, der lang ersehnte Stromanschluss ist geschafft, auf den zum Gelände gehörenden Feldern wird fleißig ge­pflanzt und voller Stolz wurde uns ein Berufsschüler aus dem Bereich Maurerhandwerk präsentiert, der in seinem Jahrgang das beste Berufsausbildungsergebnis in ganz Uganda erreicht hat. All das zusammen gab genug Anlass zum Feiern und so wurden alle Lehrkräfte, der Direktor, die Angestell­ten und die Schüler zu einem Fest eingeladen, bei dem es Theater, Tanz, Musik und reichlich zu essen gab. Auch hier galt unser Grundsatz, die Aktivitäten gemeinsam mit den Menschen vor Ort zu planen und durchzuführen, und vor allem auch möglichst wenig „Geschenke“ zu importieren, sondern lokal einzukaufen, um so Handelstreibende direkt und unmittelbar zu unterstützen.

Gern nahmen wir auch die Einladung des Berufsschuldirektors Celestino Oceng an, der uns anbot, eine Nacht bei ihm zuhause zu verbringen. Eine Geste, die zeigt, dass wir mittlerweile als Freunde und Teil der Familie angesehen werden, nicht zuletzt auch dadurch, dass der Älteste unserer Gruppe zum Abschied einen lebenden Hahn geschenkt bekam.

Über die zukünftigen Entwicklungen von Kinderheim und Berufsschule wird im Rahmen von BOG-Sitzungen, einer Art Aufsichtsrat, der sich aus berufenen und ehrenamtlichen Mitgliedern zusammensetzt, diskutiert und entschieden.

Ein wichtiges Ergebnis dieser Zusammenkünfte war zum Beispiel die Abwendung von dem Ziel einer universitären Ausbildung der Heimkinder hin zu einer handwerklichen, beruflich orientierten Ausbil­dung. Entscheidungen benötigen viel Zeit und die beiderseitige Bereitschaft gewohnte Denkmuster aufzugeben. In den nunmehr 4 Jahren unserer regelmäßigen Besuche hat sich ein Vertrauens­verhältnis entwickelt und die Gewissheit gemeinsam auf einem guten Weg zu sein.

Die Zeit vor Ort vergeht jedes Mal buchstäblich wie im Flug und hinterlässt immer wieder vielfältige Eindrücke, mit der Sicherheit auch künftig den Kindern und Jugendlichen in Uganda unter unserer Zielsetzung – die uns anvertrauten Kinder auf ein selbstbestimmtes Leben vorzubereiten, das bisher Geschaffene zu erhalten und weiterzuführen, sowie unser Tun auf ökologisches Handeln, Nachhaltigkeit, Partnerschaft und Transparenz auszurichten – zu helfen.

Jahresbericht der Schulpartnerschaft 2015

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