Borkenkäfermonitoring

SMS vom Käferzähler

Mit ihrem Projekt „Borkenkäfermonitoring“ verwirklichen die HTL-Schüler Tobias Hruby und Lukas Rechenmacher (beide 5 CHELI) ein interessantes Projekt zum Schutz vor Waldschädlingen. Sie erstellen einen vollautomatischen Käferzähler, der per Telefon die Daten an eine Zentrale übermittelt.  Anerkennung erhielten sie bereits durch die Qualifikation zum Finale des Wettbewerbs Jugend Innovativ

Seit einigen Jahren nimmt das Problem der Borkenkäfer in unseren Wäldern massiv zu. Durch die höheren Temperaturen und durch die sturmbedingten Schadholzmengen haben sich die Waldschädlinge in Teilen unserer Wälder zu einer richtigen Bedrohung entwickelt. Im Rahmen des EU-Forstplans wird seit 2007 ein Überwachungssystem aufgebaut, um das Ausmaß der Bedrohung festzustellen und entsprechende Gegenmaßnahmen rechtzeitig zu organisieren.

In einem Projekt, das in der HTL Braunau seit Herbst 2009 durchgeführt wird, entwickeln Tobias Hruby und Lukas Rechenmacher unter Leitung von AV Dr. Wagner nun ein Gerät, das die bisher händisch durchgeführte Zählung automatisiert und die Beobachtung wesentlich vereinfacht. Ausgangspunkt sind die bisher bereits verwendeten Lockstofffallen, die die Käfer durch Pheromone anlocken. Nach längerer Recherche und Begutachtung vorhandener Fallen wählten die Schüler folgende Lösung: Wenn die Käfer in die Falle gehen, dann werden sie mittels Lichtschranke gezählt. Ein Solarmodul liefert die entsprechende Energie, die Zählungen der Lichtschranke werden durch einen Mikrocontroller verarbeitet und über ein GSM Modul werden in bestimmten Zeitabständen die erhoben Daten per SMS an eine Zentrale übermittelt.

Was sich einfach liest, ist in der Umsetzung bedeutend komplizierter. Die Schüler mussten die entsprechenden wetterbeständigen Komponenten auswählen, sie mussten die notwendige Hardware fertigen und auch die benötigte Software schreiben. Damit bei Übertragungsfehler keine Daten verloren gehen, bauten sie einen entsprechenden Monitor ein, der die Daten auf Anforderung zeigt. Auch musste das ganze Modul in die bestehende Falle integrierbar sein, damit man das vorhandene Produkt jederzeit erweitern kann. Natürlich war es notwendig, das Ganze möglichst energiesparend zu realisieren, damit das Solarpaneel nicht zu groß ausgeführt werden musste.

Wichtig war beim Projekt die Zusammenarbeit mit dem Bezirksbundesförster in Braunau, Herrn OFstR Dipl.-Ing. Peter Kölblinger, der die Schüler sowohl mit Informationen als auch mit einer Borkenkäferfalle tatkräftig unterstützte.

Eine erste wichtige Bestätigung von außen für ihr Projekt haben die Schüler beim Wettbewerb Jugend Innovativ erhalten. In der zentralen Kategorie „Engineering“ wurde beim Halbfinale in Linz ihr Projekt für die Teilnahme am Finale ausgewählt.

„Dass der von den Schülern gewählte Ansatz praktisch hervorragend umsetzbar, aber auch technisch anspruchsvoll und interessant ist, beweist die Teilnahme am Finale Jugend Innovativ“, bestätigt AV Dr. Wagner, der mit der Arbeit der Schüler sehr zufrieden ist. „Wir können zwar aus zeitlichen Gründen noch keine fertige Station vorweisen, aber das Konzept steht, wesentliche Entwicklungsarbeit ist geleistet, und es existieren noch eine Reihe von Ideen, wie dieses Modul erweitert werden kann. Ich bin gespannt, ob dieses Projekt von der Industrie aufgegriffen wird.“

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