Strom aus Gülle

Zwei Schülerinnen der HTL Braunau, Eva Reiter und Anna Seidl, entwickelten ein Verfahren, in dem sie Ammoniak aus Gülle elektrolytisch abtrennen und mit dem dabei entstehenden Spaltgas eine Brennstoffzelle betreiben. Mit ihrem Projekt wurden sie für das Finale des Wettbewerbes Jugend Innovativ nominiert.

Es gibt genügend Methoden, um aus Gülle Energie zu gewinnen, so zum Beispiel in Biogasanlagen. Zwei Schülerinnen der HTL Braunau, Eva Reiter und Anna Seidl, beide aus der 5 CHELI,  haben nun bei ihrem Diplomprojekt ein System entworfen, das auch Abfallprodukte der Biogasproduktion nutzen bzw. den Gülleanfall von Biogasanlagen verringern kann. Der wesentliche Verfahrensschritt ihres Projektes besteht in der Abspaltung von Ammoniak aus der Gülle. Ab einer bestimmten Konzentration ist nämlich der Ammoniak in der Gülle für die Methangasproduktion „giftig“ und die Bakterien werden inaktiv. Die Schülerinnen haben nun eine Möglichkeit gefunden, mit der ein bestimmter Anteil an Ammoniak aus der Gülle entfernt wird und damit die Gülle länger im Prozess bleiben kann.

Mit dem abgespalteten Ammoniak betreiben sie dann eine Brennstoffzelle. Dabei mussten sie beachten, dass der direkte Betrieb einer Brennstoffzelle mit Ammoniak leider nicht möglich ist, da der Stickstoff, welcher sich im Ammoniak befindet, die Elektrode der Brennstoffzelle belegt und somit unbrauchbar macht. Sie suchten daher ein Verfahren, mit dem es möglich war, Ammoniak aufzuspalten. Nach Überlegungen eine  Hochtemperaturbrennstoffzelle einzusetzen, wählten sie die wesentlich kostengünstigere Methode der  katalytischen Spaltung von Ammoniak.

Da Ammoniak aus basischen Lösungen ausgetrieben werden kann, entschlossen sich die beiden Projektantinnen die Gülle durch Elektrolyse basisch einzustellen und wieder zu neutralisieren. Durch diesen Prozess wird nicht nur Ammoniak ausgetrieben, sondern es entsteht auch Wasserstoff, der aber ebenfalls in der Brennstoffzelle genutzt werden kann.

„Anfänglich hatten wir richtigen Respekt vor unserer Anlage und dem Verfahren; wir sind im Unterricht noch nie mit gefährlichen Versuchen konfrontiert worden. Es dauerte auch eine Weile, bis wir das Gesamtkonzept einschließlich der Lösung der Sicherheitsfragen fertig hatten. Dann war es aber sehr interessant“, erzählen die beiden Schülerinnen, die seit September 2009 intensiv an ihrem Thema gearbeitet haben und die sich sicher sind, dass sie von dieser Arbeit sehr viel profitiert haben.

„Die beiden Schüler/innen haben eine wirklich ausgezeichnete Arbeit geleistet und waren mit großem Engagement bei der Arbeit“ erzählt AV Dr. Josef Wagner, der die Arbeit betreut hat. „Dies wird auch dadurch bestätigt, dass dieses Projekt beim Halbfinale des Wettbewerbes Jugend Innovativ für das Finale in Wien ausgewählt wurde“.

 

 

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