Virtuelle Spaziergänge mit dem Handy

Mit ihrem Projekt “Virtual Walk through 3D-Worlds with Mobile Phone” erschließen Tobias Scheipel und Stefan Sesser (beide 5 AHELI) neue Möglichkeiten im Spielebereich, aber auch für ganz konkrete Anwendungen zur Überwachung eines Haushaltes auf Mobiltelefonen. Das unter Betreuung von Dipl.-Ing. Gerhard Waser entstandene Projekt hat sich für das Finale des Wettbewerbs „Cyberschool“ sowie des „Jugend Informatik Wettbewerb“ qualifiziert.

 

Mit einem modernen Handy kann man schon lange mehr als nur telefonieren oder SMS versenden. So kann man mit aktuellen Modellen Grafiken und Animationen darstellen, auf Bewegungen reagieren, GPS-Daten auslesen, im Internet surfen und vieles mehr. In den neuen Handys sind z.B. Beschleunigungssensoren oder ein elektronischer Kompass eingebaut, mit dem man sich orientieren kann. Die beiden HTL-Maturanten haben nun diese Möglichkeiten genützt und ein Projekt erarbeitet, das es ermöglicht,  mit der eigenen, physischen Bewegung des Anwenders, der das Mobiltelefon in der Hand hält, durch dreidimensionale Welten zu navigieren. Wenn also der Anwender einen Schritt nach vorne geht, bewegt er sich auch in der virtuellen Welt einen Schritt nach vorne; wenn der Anwender sich um 45° dreht, geschieht dies auch in der virtuellen Welt. Somit kann man sich beispielsweise in der eigenen Wohnung "bewegen", ohne dass man an diesem Ort ist und die dort vorhandenen Geräte steuern.

Begonnen haben die beiden Schüler ihr Projekt bereits in den letzten Sommerferien. Sie haben sich in die verschiedenen Programme und Programmpakete eingearbeitet, die nötig sind, um virtuelle Welten zu erstellen und um andererseits ein Handy entsprechend zu programmieren. Ihr Projekt beinhaltet zwei wesentliche Aufgabenstellungen. Einerseits  wurde ein Labyrinthspiel (Virtual Maze Game) erstellt, das mittels des Handys begangen werden kann; andererseits wurde eine Applikation zum Steuern und Überwachen elektronisch schaltbarer Geräte über das Internet (Virtual Home Control) entwickelt. Nach eingehender Beschäftigung mit den verschiedenen Sensoren und Möglichkeiten des Handys und der Programmierung haben die beiden Maturanten nach mehrmonatiger Arbeit alle Projektteile zusammengefügt und können nun mit ihrem Handy eine virtuelle Welt sozusagen real begehen und dort auch konkrete Steuerungsbefehle umsetzen.

„Uns hat die gemeinsame Arbeit wirklich Spaß gemacht. Im Rahmen des Projektes durften wir uns mit modernster Technologie im Bereich Softwareentwicklung sowie Telekommunikation beschäftigen und konnten dabei wichtige Erfahrungen sammeln“, sind sich die beiden Schüler einig. „Das Arbeiten im Team war für uns sehr wichtig. Wir haben uns gegenseitig motiviert und gerade durch die Zusammenarbeit wirklich gute Ergebnisse erreicht. Für uns war das Diplomprojekt in der fünften Klasse der Höhepunkt unserer HTL-Ausbildung.“

Dipl.-Ing. Waser ist mit der Arbeit der beiden ausgezeichneten Schüler sehr zufrieden. „Wenn ich eine Firma hätte, ich würde mich um die beiden sehr bemühen. Sie arbeiten effizient, kreativ und mit höchstem Einsatz. Ich freue mich, dass sie ihr Projekt jetzt im Finale des Wettbewerbes Cyber-School präsentieren dürfen.“

Besonders hervorzuheben ist auch die ansprechende und genaue Dokumentation des Projektes. Stefan und Tobias haben eine eigene Homepage  gestaltet, wo sie ihr Projekt auch mit Hilfe von Videos erklären.