Solartankstelle (5AHETE 09/10)

Mit großzügiger Firmenunterstützung konnten Amadeus Lobe und Leonhard Moser (beide 5AHETE) in ihrer Diplomarbeit eine „Tankstelle“ für Elektrofahrräder erstellen, die durch Solarstrom gespeist wird. Das bereits fertige Projekt wird Ende Mai offiziell übergeben.

Umweltverschmutzung und Klimawandel gehören zu den bedeutendsten Themen unserer Zeit. Einen technischen Beitrag zu diesem Problem leisten Amadeus Lobe und Leonhard Moser, beide Maturanten in der Abteilung für Elektrotechnik der HTL Braunau mit ihrer Maturaarbeit „Solartankstelle“, die sie unter Betreuung von DI Anton Herrmann im Schuljahr 2009/2010 erstellen. Ausgangspunkt ihres Projektes  waren Gespräche mit Mitarbeitern der Firma „Energiewerkstatt“. Dabei wurde die Idee geboren, einen Prototyp für eine Solarstrom-Tankstelle zu entwerfen und dann auch tatsächlich zu realisieren.

Bereits in der Definitionsphase der Anlagenleistungsmerkmale (Solarpaneele, Wechselrichter, Energiespeicherung etc. ) war schnell klar, dass es sinnvoller ist, statt einer autarken Ladestation eine Solartankstelle mit einer größeren Paneelenfläche (10 m2) und Netzeinspeisung zu dimensionieren. Die Leistungsfähigkeit der Anlage ist geeignet bis zu 3 Elektrofahrräder gleichzeitig aufzuladen. Die einfache, einphasige Netzanbindung eröffnet dem Tankstellenbetreiber einen Zusatzverdienst durch Netzeinspeisung, wenn kein Fahrrad angeschlossen ist. Andererseits können beispielsweise auch abends Ladevorgänge ausgeführt werden, indem die vorher ins Netz gelieferte Energie jetzt genutzt wird.

Als Montagefläche für die Solarpaneele kann jedes kleinere Dach, z.B. Tankstellenüberdachung oder Containerbauten ohne große Abschattung, genutzt werden.

Für die Aufstellung der Versuchspaneele entschieden sich die Schüler auf das Schuldach auszuweichen. Wesentliche Hilfe, diesen Schritt zu meistern, erhielten die Schüler durch die Firma HAWI aus Eggenfelden, die insgesamt 14 Solarpaneele samt Anschluss- und Montagegarnituren und einen geeigneten Wechselrichter zur Verfügung stellte und so die Solar-Stromversorgung gewährleistete.

Neben der Stromversorgung war die Beschäftigung mit Ladevorgängen ein wichtiger Bestandteil des Projektes. Nach längeren Recherchen entschieden sich die Schüler für zwei Schnittstellen: eine Akkuschnittstelle, wie sie bei der Firma KTM verwendet wird, sowie  ein normaler Netzsteckeranschluss. Mit ein Grund für diese Entscheidung war die Unterstützung des Projektes durch die Firma KTM, die ein Elektrofahrrad mit Akku und verschiedene Ladegeräte zur Verfügung gestellt hat.

 

Ein weiterer, wesentlicher Bestandteil der Solartankstelle ist ein Informationsdisplay, welches den Ladezustand des Akkus und die für den Betreiber wie für den Benutzer interessante Kosteninformationen zum Energiebezug (Solar/Netz) anzeigt. Relativ schwierig war dabei die Bestimmung des Ladezustandes in Abhängigkeit von Akkutyp und Ladestrom.

Dass neben den technischen Arbeiten auch organisatorische Hürden zu überwinden waren, merkten die Schüler/innen bei der Aufstellung der Solarpaneele am Dach der HTL Braunau. Entsprechende baurechtliche Anträge und Genehmigungsverfahren waren nötig, um die Genehmigung zum Aufstellen der Photovoltaik-Anlage zu erhalten.

Nach Aufstellung und Inbetriebnahme der Paneele, dem Verlegen der entsprechenden Leitungen und dem Aufbau der Tankstelle mit Informationsdisplay wurde von der Energie AG die Gesamtanlage abgenommen und die Netzanbindung freigegeben, sodass einerseits überschüssige Energie an den Netzbetreiber geliefert wird, andererseits aber auch bei Bedarf Energie aus dem Netz bezogen werden kann. Die hierzu notwendigen Zähler wurden von der Energie AG zur Verfügung gestellt.

„Wir haben mit unserem Projekt wirklich viel gelernt“, sind sich Amadeus und Leonhard einig. „Neben den technischen Recherchen und Versuchen und dann natürlich der konkreten Umsetzung sind für uns vor allem die Firmenkontakte sehr lehrreich gewesen. Erst durch die wirklich großzügige Spende der Firma HAWI konnten wir unsere Idee realisieren und auch die Unterstützung durch KTM Fahrräder hat uns die Arbeit erleichtert und wesentlich bereichert. Sowohl die Energie AG als auch die Energiewerkstatt Friedburg haben wertvolle Anregungen geliefert bzw. bei der Netzeinbindung und der Erstellung der entsprechenden Schutzbedingungen geholfen.“

„Beide Schüler haben hervorragende Arbeit geleistet. Sie haben nicht nur eine wirklich solide technische Leistung erbracht, sondern auch ein sehr hohes Engagement, organisatorisches Geschick und gute soziale Kompetenz insbesondere bei den Firmenkontakten bewiesen. Ich freue mich sehr über diese Leistung“, erklärt der Klassenvorstand und Projektbetreuer DI Anton Herrmann.

„Mir gefällt am Projekt, dass es wirklich abgeschlossen wurde und wir es jederzeit einsetzen können“, betont AV DI Paul Dirnberger. „Etliche Projekte können ja aus zeitlichen oder auch finanziellen Gründen nicht zu Ende geführt werden. Das war hier anders. Ich hoffe, dass der Prototyp der beiden Schüler gute Anregungen für eine kommerzielle Nutzung liefert. Herzliche Gratulation den Projektanten und ihrem Betreuer und vielen Dank an HAWI, KTM Fahrrad, Energie AG und an die Energiewerkstatt für die großartige Unterstützung.“

 

HaWi Energietechnik AG

ist eine führende Planungs- und Vertriebsgesellschaft für Solarstromanlagen und ein leistungsfähiger und zuverlässiger Partner für die Errichtung von Photovoltaik-Kraftwerken. Weitere Geschäftszweige sind kleine Windkraftanlagen und Blockheizkraftwerke neuester Technik. Als Fachgroßhandel bietet HaWi seinen europaweiten Partnern Lösungen für netzgekoppelte und netzautarke Solarstromanlagen wie auch für Windkraftanlagen und Blockheizkraftwerke.
Bereits 1995 spezialisierte sich der ehemalige Elektromeisterbetrieb des Firmengründers Hans Wimmer auf innovative Umwelttechnik. 2001 ging daraus die HaWi Energietechnik GmbH hervor. 2005 erfolgte eine weitreichende Betriebserweiterung am Standort im niederbayerischen Rogglfing sowie die Errichtung von Tochterunternehmen in Spanien (2006), Italien (2006), Frankreich (2007) und Griechenland (2007), sowie 2008 der Umzug in das neu erbaute Logistik- und Technologiezentrum nach Eggenfelden.  Im September 2008 erfolgte die Umfirmierung zur AG.

HAWI hat zur Zeit rund 120 Mitarbeiter/innen in Deutschland und weitere 80 in den europäischen Tochterunternehmen.

 

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KTM Fahrrad GmbH

hat 2009 mit 250 Mitarbeiter/innen insgesamt 93.000 qualitativ hochwertige Fahrräder gefertigt und einen Umsatz von 16 Millionen Euro erzielt.  In den letzten Jahren hat sich KTM auch intensiv mit E-Bikes beschäftigt.

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