Doppelsieg für Algenfassaden und Kartonziegel

Beim Immotopia Innovation Award 2020 wurden zwei Projektteams der HTL Braunau am Donnerstag, 6. Februar mit je 1000 Euro Preisgeld in den Promenadengalerien in Linz ausgezeichnet. Am Informationsnachmittag der HTL Braunau, am 14. Februar 2020 von 13–17 Uhr, werden die beiden Projekte auch der Öffentlichkeit vorgestellt.

Johannes Lindhorn und Johanna Regl haben mit ihrem Projekt „ISO-Brick“ beim erstmals ausgeschriebenen Immotopia Innovation Award 2020 genauso den ersten Platz erreicht, wie auch Laura Gerzer, Josefa Hartl und Carina Hillimaier mit ihrem Projekt „ALFA“. Jedes Projektteam konnte dadurch – neben einem wirklich schönen LED-beleuchteten Award und einer Urkunde – ein Preisgeld von 1000 Euro entgegennehmen.

Der Award war ausgeschrieben für den kreativen Nachwuchs, der Utopien rund um das Wohnen der Zukunft einreichen konnte. Dass die Ideen der beiden Projektteams der HTL Braunau gar nicht so utopisch sind, sondern bald schon realisiert werden könnten, wurde von der Jury-Sprecherin Marion Zellinger als besonders beachtenswert hervorgehoben. Die mitgereisten Projektbetreuer/innen Margit Fuchs, Abteilungsvorständin Gerda Schneeberger, Klassenvorständin Regina Seeburger und Josef Wagner waren sehr erfreut über die gute Bewertung der beiden Bionik-Projekte und sichtlich stolz auf die Schülerinnen und den Schüler.

Beim Projekt „ALFA – Bessere Luft durch Algenfassaden“ arbeiten die Mädchen aus dem Bionik-Zweig der Abteilung „Elektronik und Technische Informatik“ an einem Modellhaus mit Wänden, auf denen Algen aufgebracht sind. „Jeder kennt Fabriken und Autos, die Schadstoffe und Feinstaub produzieren und dies einfach an die Umgebungsluft abgeben. Das ist sowohl für die eigene Gesundheit als auch für die Umwelt äußerst schädlich. Unser Ziel ist es daher, ein nachhaltiges Projekt zu starten, wodurch die Luftqualität verbessert wird“, erklärt Carina Hillimaier. Dies wird dadurch erreicht, dass die grünen Algen zusätzlich zur Umwandlung von CO2 in reinen Sauerstoff während der Photosynthese auch noch Stickstoffdioxid und Feinstaub aus der Luft aufnehmen und somit die Umgebungsluft nicht nur mit wunderbarem Sauerstoff bereichern, sondern diese auch noch säubern. Aufgetragen auf die Wände von Hochhäusern oder großen Firmenkomplexen in eng verbauten Städten eine wirkliche Wohltat für unsere Lungen!


Das Projekt „ISO-Brick“ beschäftigt sich hingegen mit der sinnvollen Verwendung von Alt-Karton. „Karton kennt jeder, besonders in Zeiten des blühenden Online-Handels. Korrekt entsorgt, wird nur ein Teil des Alt-Kartons recycelt, der andere Teil wird einfach verbrannt und geht als wertvolle Ressource einfach verloren“, weiß Johanna Regl, die sich gemeinsam mit ihrem Projektpartner auf die Suche nach einer besseren Verwendung von Karton gemacht hat. Karton kann nicht immer und immer wieder neu verwendet werden, denn irgendwann sind die Fasern zu kurz und der produzierte Karton würde instabil werden. Deshalb soll aus dem Karton ein Baustein hergestellt werden, mit dem Häuser gebaut werden können. Dies soll völlig schadstofffrei und nachhaltig geschehen. „Die Herausforderung ist, das Material sowohl gegen Wasser als auch Feuer zu schützen sowie den sehr guten Dämmwert zu erhalten“, so Johanna Regl, die davon überzeugt ist, dass mit ihrem ISO-Brick bald Häuser unter anderem auch in den Partnerschulen der HTL Braunau in Nicaragua und Uganda gebaut werden können.


Bereits am Tag der offenen Tür konnten die beiden Projekte neben mehr als 50 anderen Diplom- und Abschlussprojekten besichtigt werden. Aber auch am Valentinstag stehen die Projekte nochmals für die Öffentlichkeit zur Besichtigung bereit, denn an diesem Tag veranstaltet die HTL Braunau wieder ihren Informationsnachmittag von 13–17 Uhr.

HTL Redaktion am 11.02.2020

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