Das Facebook-Dilemma

Das Facebook-Dilemma

Oder: Warum das Schulinternet nicht mehr funktioniert

Das Thema dieses Artikels lässt dem Systemadministrator unserer Schule, Herrn Max Mayr, sicherlich die Haare zu Berge stehen: „Das Internet geht doch!“, wird er wohl einwenden wollen. Die Schüler/innen und Lehrer/innen unserer HTL sehen das jedoch anders. Doch erst einmal zurück zum Anfang:

Kurz vor Mitte Oktober, der Schulbetrieb läuft nun einigermaßen rund. Doch unvermutet kommt es in einigen EDV-Räumen vermehrt zu Besuchen des bereits erwähnten Systemadministrators und zum Hinweis darauf, doch bitte sämtliche Fremdaktivitäten am PC zu unterlassen. Aber mit dem Gedanken „Lass ihn doch reden!“ wird weitergemacht wie bisher. Einige rechnen da noch nicht mit den Maßnahmen, die im November darauf folgen: Es wird das Internet zunächst gänzlich blockiert und einige Tage später mit neuem Konzept wieder geöffnet: Lehrer/innen haben nun die Möglichkeit, für bestimmte Klassen das Internet in ihren jeweiligen Stunden freischalten zu lassen. Für alle anderen ist der Zugang über das Schulnetzwerk gesperrt.
Aber warum werden nicht einfach bestimmte Seiten gesperrt oder Ports blockiert? Die Techniker unter uns (und somit eigentlich alle) sollten wissen, wie leicht es geht, Wege um solche Barrieren herum zu finden, und nicht wenige haben dies an der Schule schon getan, denn ausprobiert wurden diese Maßnahmen bereits. Sie halfen aber nichts!
Und allein durch die Teilnahme an diversen sozialen Netzwerken und ständigen Kontrollen von Spielständen in "Farmville" oder anderen Spielen haben es die ignoranten Schüler/innen unter uns geschafft, das Netzwerk der Schule teilweise zum Erliegen zu bringen. Argumente wie „So eine einzelne Seite braucht doch kaum was“, sind müßig angesichts dessen, dass nach diesem Motto zu viele handelten und somit fast 5000 (in Worten: fünftausend) offene Verbindungen nach außen hielten.
Und wie schaut die Zukunft unseres Schulinternets nun aus? Sollten die Schüler/innen, die dafür verantwortlich sind (wer redet sich jetzt gerade nicht in Gedanken heraus?), es endlich schaffen, das Internet für die einzig in der Schule notwendigen Zwecke zu gebrauchen und sich ansonsten auf ihre Arbeit zu konzentrieren (z.B. Programmieren statt Spielen, Recherchieren statt mit Freunden schreiben, usw. ...), so wird es unter Umständen in einer uns noch unbekannten Zukunft vielleicht wieder Internet für alle zu jeder Zeit geben.

Bis dahin (oder zumindest im restlichen Schuljahr), so lassen interne Quellen verlauten, soll das Internet noch unter den bekannten Beschränkungen weiterlaufen. Und vielleicht lernen daraus auch die, die bisher unfähig dazu waren.

 

aus: UpToDate Ausgabe 61

Michael Weigel

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