Ausgabe 60 (Februar 2010)

Geschätzte Leserinnen und Leser!

Erster österreichischer Schulpreis, Auszeichnung für Kompetenz im Klimaschutz, Fairness-Award; dass eine Schule innerhalb kürzester Zeit drei Auszeichnungen aus Ministerhand erhält, kommt nicht alle Tage vor! Können wir das nun in Ruhe genießen? Verdient hätten es sicher viele von uns. Denn mit durchschnittlichem Einsatz war das sicher nicht zu machen. Aber unser Selbstverständnis, eine Schule zu sein, die vorangeht und nicht nachläuft, wird uns weiter anspornen und bei unserer täglichen Arbeit lenken. Aber es gibt auch eine Reihe von Stolpersteinen, wo wir die Unterstützung und den Einfluss aller Ausbildungspartner in Zukunft dringend benötigen. Denn noch wird uns die Antwort auf wichtige Fragen vorenthalten:

Warum wurde im gesamten Innviertel nur eine einzige Neue Mittelschule genehmigt, im Bezirk Gmunden alleine aber zehn? Warum sollte der HTL-Ingenieur im europäischen Qualifikationsrahmen nicht in den Bereich 6 eingestuft werden, wo er nach Meinung der Industrieellenvereinigung und der meisten Betriebe hingehört? Warum werden in Unis und FHs erworbene Kompetenzen gar nicht oder nur sehr zögerlich angerechnet, während man gleichzeitig über mangelnden Kapazitäten klagt? Warum wird auf diese Art Lebenszeit unserer Jungend achtlos vergeudet? Wie sollen wir in Zukunft bei allen Unsicherheiten im Schulsystem  hoch qualifizierte und motivierte Lehrkräfte finden?

Weder Tourismus, noch Bodenschätze oder andere Ressourcen im Überfluss, sondern motivierte, persönlich und fachlich kompetente junge Menschen waren bis jetzt das Rückgrat der österreichischen Wohlstandes. Setzen wir alles daran, dass das auch in Zukunft so bleibt.

Hans Blocher

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