Beste Diplomarbeit

Andreas Bachinger und Marcel Grömer (5AHET 2018) erreichten beim „Weitblick-Champions-Award“, der HTL-Diplomarbeiten bewertet, mit ihrem Projekt „Technische Lösungen zur Varroa-Bekämpfung“ den ersten Platz.

Der Weitblick-Champions-Award ist eine Auszeichnung für Diplomarbeiten, die an HTLs in Oberösterreich entstanden sind. Dieser Award, der heuer erstmals vergeben wurde, ist eine Initiative des Senats der Wirtschaft und des Landesschulrats für OÖ. Prämiert wurden dabei Arbeiten, die zusätzlich zu technischen Lösungen auch ökologische, soziale und ökonomische Auswirkungen berücksichtigt haben. Insgesamt wurden 55 Diplomarbeiten zu diesem Wettbewerb eingereicht. Von den zwanzig Projekten, die zum Finale eingeladen wurden, stammten sechs aus der HTL Braunau.
Besondere Freude in der HTL Braunau hat bei der Preisverleihung der erste Platz für Andreas Bachinger und Marcel Grömer ausgelöst, die heuer die Abteilung Elektrotechnik abgeschlossen und mit ausgezeichnetem Erfolg maturiert haben. Sie konnten mit ihrer Diplomarbeit „Technische Lösungen zur Varroa-Bekämpfung“ die Jury überzeugen.
„Wir entwickelten mit unserem ‚Varroa-Killer‘ ein System zur Bekämpfung der Varroa-Milbe mit Hochfrequenz, einer neuen und innovativen Technik, die viele Vorteile in sich vereint. So gibt es keine Schadstoffe, die Bienen oder den Honig schädigen, der Behandlungsaufwand ist verhältnismäßig gering und auch die Kosten sind im vertretbaren Rahmen“, so die beiden Maturanten, die von AV Paul Dirnberger und Eva Reiter betreut werden.
Erstmals wurde die Wirkung hochfrequenten Schalls auf die Varroa-Milbe Ende 2016 in einer Studie veröffentlicht, seit Anfang 2017 ist auch ein erstes System auf dem Markt. Durch eine Reihe von innovativen Entwicklungen, die auf konkreten Untersuchungen basieren, verbesserten die beiden Elektrotechniker das Prinzip der Varroa-Bekämpfung mittels hochfrequentem Schall erheblich. Bei ihrem System erfolgt die Behandlung durch Bodenschieber; pro Schieber sind 2 Stück Piezo-Hochtöner eingebaut, die für den nötigen Schalldruck sorgen. Die Bodenschieber befinden sich unter dem Stock, somit können die Lautsprecher ganzjährig nahe am Brutstock platziert werden, der Schalldruck und damit die Wirkung ist gleichbleibend hoch. Die Bienen müssen auch nicht einen zusätzlichen Zargen aufwärmen und werden bei der Behandlung nicht gestört, was vor allem im Winter problematisch wäre. Am zentralen Bodenschieber ist die Stromversorgung angeschlossen und das Steuergerät befestigt. Pro Steuergerät können bis zu 10 Schieber parallel angeschlossen und damit 10 Stöcke gleichzeitig behandelt werden.
„Nach sorgfältiger Planung und der Realisierung wesentlicher Bestandteile haben wir unser System in einer Imkerei erprobt und dabei entsprechende Adaptierungen vorgenommen. Dabei testeten wir unser System unter realen Bedingungen, um die genaue Wirkungsweise dieser Technik zu erforschen und die Effizienz der Behandlung mit möglichst hoher wissenschaftlicher Genauigkeit zu bestimmen. Unser Ziel ist es, dass wir ein marktaugliches System entwickeln, das sowohl privaten Imkern als auch größeren Imkereien eine kostengünstige und effiziente Bekämpfung der Varroa-Milbe ermöglicht“, so die beiden ausgezeichneten Schüler.
„Ich freu‘ mich sehr, dass die Arbeit der beiden durch den Erfolg beim Weitblick-Champions-Award gewürdigt wurde. Sie haben eine exzellente Arbeit vorgelegt und diese auch durch penible Untersuchungen evaluiert. Ich wünsche den beiden, dass sie bald eine Markteinführung für ihr Gerät erreichen“, so AV Paul Dirnberger, der ihnen genauso wie Dir. Blocher sehr herzlich zu diesem Erfolg gratulierte.

HTL Redaktion am 09.07.2018

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