Anna Haller

Gratulation, Frau Universitätsassistentin!

Erstmals hat mit Dipl.-Ing. Anna Haller eine Absolventin der HTL das Elektrotechnikstudium abgeschlossen. Anna Haller ist nun als Universitätsassistentin an der TU Wien tätig und arbeitet an ihrer Dissertation.

2003 hat Anna Haller an der HTL Braunau maturiert. Sie war im ersten Jahrgang des schulautonomen Zweiges Mediendesign (Höhere Abteilung Elektronik/Technische Informatik). Im Anschluss an die Matura hat Frau Haller an der TU Wien Elektrotechnik zu studieren begonnen. Sie hat das Bachelor-
Studium und dann auch das Master-Studium abgeschlossen und ist Ende 2009 mit Auszeichnung zur Dipl.-Ing. spondiert worden. Während ihres Studiums hat sie im Rahmen eines Erasmus-Stipendiums ein halbes Jahr in Glasgow (Schottland) studiert und Praktika in Berlin und Manipal (Indien) absolviert. 2009 hat Anna Haller unter 40 Bewerberinnen das erstmals vergebene „Verbund Frauen Stipendium“ der TU Wien erhalten. Im folgenden Interview nimmt sie zu einigen Fragen rund um ihr Studium Stellung.

Wie war das eigentlich bei dir mit deiner Studienentscheidung?

Für mich war es eigentlich immer klar, dass ich studieren will. Ich bin ein wissbegieriger Mensch und meine Umgebung hat die Zeit des Studierens immer als sehr positiv und interessant dargestellt. Ich hab mich im Abschlussjahr intensiv mit der Studienwahl auseinandergesetzt und mir in Wien die WU, die BOKU und die TU näher angesehen. Zuletzt standen dann Lebensmittel- und Biotechnologie an der BOKU sowie Technische Informatik und Elektrotechnik an der TU zur Auswahl. Entschieden habe ich mich dann nach einer genaueren Durchsicht der Studienpläne. Ich habe mir viel Zeit für diese Entscheidung genommen, aber das war wirklich wichtig und auch richtig so, denke ich.

Welche Erinnerungen verbindest du mit dem Studium?

Ganz wichtig war mir die Arbeitsgruppe während des Bachelor-Studiums. Rund 20 Studierende, darunter zwei Frauen, haben gemeinsam Übungen, Vorlesungen und andere Lehrveranstaltungen vorbereitet und wirklich effiziente Arbeit geleistet, gleichzeitig haben sich aus dieser Lerngruppe sehr gute Freundschaften entwickelt. Interessanterweise war das „FrauenThema“ nie von Bedeutung, aber vielleicht hängt das damit zusammen, dass ich von der HTL eine männerdominierte Umgebung gewohnt war.
Ganz wichtig war mir während des Studiums das selbstbestimmte Arbeiten. Trotz Arbeitsstress und Prüfungsdruck konnte ich mir meine Zeit immer selbst einteilen. Das hat für mich hohen Wert und stellt ein Privileg der Studenten/innen dar.

Wo profitierst du jetzt vom Studium?

Mich hat wissenschaftliches Arbeiten sehr rasch interessiert und das bekommt man vor allem an der Uni vermittelt. Durch meine Tätigkeit als Tutorin habe ich auch erste Erfahrungen in der Betreuung von Studenten/innen sammeln können und ich freue mich schon auf das kommende Wintersemester, in dem ich erstmals selbst eine Lehrveranstaltung betreuen werde.

Eine letzte Frage: wie siehst du aus dem Abstand deine Ausbildung an der HTL in Braunau?

Neben den fachlichen Grundlagen, die ich in der HTL Braunau erwerben konnte, habe ich in der HTL sicher meine sozialen Fähigkeiten ausgebaut. Ich war drei Jahre Klassensprecherin, war zwei Mal beim Maturaball-Komitee und habe auch in der Öffentlichkeitsarbeit der HTL mitgearbeitet. Ich blicke gerne auf meine HTL-Zeit zurück und habe damals eine Reihe von Freunden/innen gefunden, mit denen ich nach wie vor in Kontakt bin. Mit wichtigen Bildungsbereichen wie etwa Literatur, Geschichte oder Sprachen, welche durch die fachspezifische Ausbildung der HTL im Lehrplan unterrepräsentiert sind, habe ich mich in meiner Freizeit beschäftigt. Insgesamt kann ich persönlich die HTL-Ausbildung sehr empfehlen.

Herzlichen Dank für das Gespräch und viel Erfolg beim weiteren Studium.

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