Bernd Thallner

Komplexe Probleme lösen

Ing. MMag. Dipl.-Ing. Dr. Bernd Thallner erläutert, was ihm bei seinen Studien wichtig war – fundiertes Grundlagenwissen und die Fähigkeit, Probleme selbständig zu strukturieren und zu lösen.

 

Warum sind Sie studieren gegangen?

Die HTL hat meine Leidenschaft an der Informatik richtig geweckt. In der 4. und 5. Klasse konnte ich nicht genug von den technischen Fächern bekommen und habe mich in der Freizeit auch viel mit dem Thema beschäftigt. Nachdem das Interesse geweckt und die letzten Jahre der HTL wie im Flug vergangen waren, war für mich klar, dass ich meinen Ausbildungsweg am besten mit dem Studium an der TU Wien fortsetze.

Was hat Ihnen beim Studium gefallen?

Die Flexibilität, die Freiheit und die Möglichkeit sich auf seine Interessensgebiete zu fokussieren. Ich habe gerade in den ersten Studienjahren viele Fächer aus höheren Semestern besucht sowie Vorlesungen, die fachlich nichts mit meiner Studienrichtung zu tun hatten (z.B. Wirtschaft). Erst später beschloss ich, das zugehörige Studium auch abzuschließen.

Was können Sie von Ihrem Studium momentan gebrauchen, was hat Ihnen das Studium gebracht?

Hier gibt es aus meiner Sicht einen fachlichen und einen persönlichen Aspekt: In den ersten Berufsjahren profitierte ich insbesondere vom fundierten fachlichen Wissen, das ich mir an der Technischen Universität angeeignet habe. Ich war in sehr vielen Bereichen am neuesten Stand der Technik, aber bereits nach wenigen Berufsjahren holten junge Arbeitskollegen, die frisch von der HTL oder FH kamen, in einigen Bereichen auf. Ich konnte neben Beruf und Privatleben fachlich nicht in allen Bereichen am neuesten Stand bleiben.
Da kamen mir die Grundlagen und das gute solide Fundament sowohl von der Ausbildung an der HTL als auch von der Universität zugute. Dies unterstützt mich bis heute bei meiner Tätigkeit als Führungskraft, in Diskussionen und Entscheidungen. Gerade in einem Bereich wie der Informatik, in dem sich alles wahnsinnig schnell verändert, ist dies von hohem Wert.
Ein zweiter wesentlicher Aspekt, den ich auf der Universität erlernt habe (und das ist unabhängig von der konkreten Fachrichtung), ist die Fähigkeit, auch komplexe Probleme zu strukturieren und eigenständig zu lösen, mir Themen selbständig zu erarbeiten, nach den Hintergründen und Zusammenhängen zu suchen und – etwas allgemein – eine unvoreingenommene offene Denkweise.
Das ist für mich persönlich das wertvollste Gut, das mir die Universität vermittelt hat, das ich in meinem derzeitigen Beruf am meisten gebrauchen kann und das völlig unabhängig ist von zeitlichen Veränderungen in meiner Fachdisziplin.

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